NACHRICHTEN

Ein neuer Paseo Marítimo für Palma

Der Real Club Náutico de Palma präsentiert sein Umbauprojekt
Julio Gonzalez

Palmas Paseo Marítimo wird sich in den kommenden Jahren stark verändern. Zur Neugestaltung des Club de Mar, dessen Umbauarbeiten in den kommenden Monaten beginnen werden, und zur Einschränkung des Fahrverkehrs, was den Fußgängern mehr Platz beschert, wird sich nun noch die Umgestaltung der gesamten Mole an der Fischbörse gesellen.



Die Mitgliederversammlung des Real Club Náutico de Palma (RCNP) gab am 8. Oktober einstimmig grünes Licht für das Projekt zur Neugestaltung ihrer Einrichtungen. Dieser Plan, der laut dem Präsidenten des Nautikclubs, Javier Sanz, eine „ganz offensichtliche Verbesserung für Mitglieder und Nutzer“ sein wird, sorgt auch dafür, dass der RCNP die Laufzeit seiner Konzession verlängern kann.



Das von dem Architekturbüro MSM Architects entworfene Projekt sieht eine Investition von 11,8 Millionen Euro vor. Diese sollen eingesetzt werden, um das Gebäude an der Plaza de Sant Elm / Passeig Guillem Sagrera abzureißen und neuen Raum zu schaffen – anstelle der an den RCNP angrenzenden alten Gebäude, die verschwinden und durch Neubauten von geringerer Höhe ersetzt werden sollen. Auch soll der Bereich, der dem Leichtsegeln und Kajakfahren gewidmet ist, vergrößert und eine Tiefgarage mit 100 Parkplätzen gebaut werden, die insbesondere an den Tagen, an denen im Club sportliche Wettkämpfe stattfinden, dazu beitragen soll, den Verkehr zu entzerren. Laut Sanz heißen die Worte, die den zukünftigen RCNP am besten definieren „Nachhaltigkeit und Integration“, und er betonte, dass die Investition keine neuen Liegeplätze für Großyachten vorsieht. „Wir präsentieren ein stadtfreundliches Projekt, das gleichzeitig den Service für Mitglieder und Sportler verbessert“, so der RCNP-Präsident und fügt hinzu, dass der Plan „auf der von der Hafenbehörde und der Stadt Palma zur Verfügung gestellten Raum-ordnung und den Kriterien des Umweltschutzes, der Nachhaltigkeit und des Respektes für die Stadtlandschaft basiert.“



Von der Reform werden besonders das Leichtsegeln und der Kajaksport profitieren, da der dafür vorgesehene Bereich vergrößert werden soll, indem eine neue Halle von 221 Quadratmetern sowie ein Lager von 120 Quadratmetern im Bereich der Slipanlage entstehen soll.



Der Beginn der Arbeiten ist von der Genehmigung des Projekts durch den Verwaltungsrat der Hafenbehörde der Balearen (APB) und der entsprechenden Genehmigungen durch das Rathaus abhängig.



WETTBEWERB



Abgesehen von der Neugestaltung des RCN Palma, der über die Vereinsmitglieder finanziert wird, plant die Hafenbehörde der Balearen die Umgestaltung des gesamten Fischmarktes, der Lonja. Zu diesem Zweck hatte die APB zu einem Ideenwettbewerb ausgerufen. Als Gewinner ging der Vorschlag „Rambla de mar“ der Architekten Pere Rabassa und Toni Forteza hervor.



Die Mitglieder der Jury begründeten ihre Entscheidung, dass das Projekt „Rambla del Mar“ sehr diskret sei und dafür sorgt, dass der Paseo Marítimo hier sowohl Fußgänger als auch den Verkehr berücksichtigt. Das Projekt sieht den Abriss des Fischmarktgebäudes, der Lonja, vor und die Integration der Fischbörse in einer gemeinsamen  Anlage mit dem vorgesehenen Schifffahrtsmuseum. Auf diese Weise wird das zukünftige „Maritime Museum von Mallorca“ auf dem momentanen Gelände der Werft Astilleros de Mal-lorca liegen, die auf einen anderen Teil des Hafengeländes umziehen wird. Eine Voraussetzung war die Erhaltung der Bögen der Muelle de Pescadores, die Forteza und Rabassa in den vorgeschlagenen neuen Gebäudekomplex integrieren, wie die Jury erklärte: „So entsteht eine Lösung, die nicht zu extravagant ist und das Aussehen der Stadt nicht übermäßig verändert.“



Weiterhin sollen die Gebäude neben der kleinen Kirche Sant Elm abgerissen werden, die somit sichtbarer werden wird. Gleichzeitig soll ein Park angelegt werden, der bis zum Paseo Marítimo reichen wird. Für die Jury erinnert der neue Vorschlag an die einstigen Arbeitsplätze für den Bootsbau, „mit eher zeitloser Architektur und Stil“, die eine Kontinuität zwischen der Stadt und der Rambla del Mar gewährleistet.



Sobald der Wettbewerb abgeschlossen ist, kann die APB die vorgeschlagenen Ideen für die Entwicklung zukünftiger Projekte in diesem Bereich von Palmas Hafen in die Tat umsetzen.