AUSFLUGSTIPP

Eine Kajaktour vor Cala Blava

Bei diesem genial schönen Ausflug mit dem El Niño Surf Center entdeckt man eine (fast) unberührte Inselküste
BETTINA NEUMANN

Vor ein paar Jahren habe ich an dieser Stelle schon einmal sehr lobend über die Surf- und Paddle-Schule El Niño geschrieben: Damals habe ich einen SUP-Kurs gemacht und bin seitdem begeisterte Stand-Up-Paddlerin. Diesmal ist Kajakfahren angesagt: Unser Ziel sind die Grotten bei Cala Blava am Cap Enderrocat, eine Tour, die ich nur jedem aufs äußerste ans Herz legen kann. Für diesen sportlichen Ausflug muss man definitiv kein Profisportler sein, alles ist „easy“.



Ein schöner sonniger Tag im Juni: Wir treffen uns morgens um 9.00 Uhr am Surf Center in Can Pastilla. Einschließlich des Guides sind wir zu acht, ein bunter Haufen mit jungen und nicht mehr ganz so jungen Menschen aus Frankreich, Schweden, England, Deutschland und Venezuela. Wer möchte bekommt einen Neoprenanzug, jeder ein paar Wasserschuhe und ein Paddel. Mit dem Pick-Up werden wir nach Cala Blava gefahren, die Kajaks warten bereits im Wasser. Ich habe Glück: meine Kopilotin Briany, Studentin aus Wales, ist ein echter Profi, das merke ich sofort. Vom Surf-Center sind zwei Leute mit dabei: Manu paddelt vorneweg und der Chef, Ruben, wacht höchstpersönlich aus einem Beiboot über unsere Sicherheit. Seine unprätentiöse Ansprache kommt gut an: „Es sind drei Dinge zu beachten. Erstens: Die Sicherheit geht vor und wir bleiben immer zusammen. Zweitens: Immer schön lächeln, schließlich werdet ihr fotografiert und drittens: Sollten wir einem Hai begegnen, bitte nicht anfassen.“



Felsen, Vögel, Meer und Sonne: Wir paddeln durch glasklares Wasser nah an der Küste entlang, vorbei an den Chalets mit Meerblick von Cala Blava. In den kleinen Buchten üben wir das Wenden. Paddeln ist einfach, bei allen klappt es gut und wir kommen zügig voran. Jetzt geht es an der Anlage des Hotels Cap Rocat vorbei, das in einer ehemaligen Militärfestung liegt, dann verlassen wir die Zivilisation. Ein weißer Strich an den steilen Klippen weist auf den Beginn des Meeresschutzgebietes hin. Wir steuern die ersten Grotten und kleinen Höhlen an, unsere Begleiter sind Felsenschwalben und Kormorane. Wir sind in einer anderen, wilden, glitzernen Welt.



Nach ca. einer Stunde Paddeln machen wir eine kleine Pause. Ruben verteilt Bananen und Wasser vom Beiboot aus, leichter Wellengang kommt auf. Eigentlich wollten wir jetzt die Grotten mit der Taucherbrille erkunden, doch das Meer ist zu aufgewühlt. „Sicherheit steht bei uns an erster Stelle“, so der Boss, der gemeinsam mit seiner Kollegin Sandra seit acht Jahren im El Niño Wassersportkurse und -touren anbietet: „Bei schlechtem Wetter fahren wir nicht raus – im Gegensatz zu vielen Piratenfirmen. Es geht hier nicht ums Geldverdienen, sondern um den Spaß und das Genießen.“ Immerhin reicht es zum Schnorcheln nahe an der Küste und ich erlebe eine Überraschung: Unter mir gleitet ein großer schwarzer Mantarochen am Meeresboden entlang, die, wie Ruben sagt, hier am Kap wohl öfters zu entdecken sind. Nach etwa drei Stunden geht es gut gelaunt und tiefenentspannt zurück nach Can Pastilla. Pro Person kostet die Tour 45 Euro, Kinder können ab 14 Jahren mitpaddeln.



Jetzt freue ich mich schon auf die nächste Tour, am liebsten die Grotten bei ruhiger See noch mal mit dem Paddle Surf erkunden. Oder wie wäre es, im nächsten Jahr doch mal bei der Vuelta a Dragonera mitzumachen?



Infos unter: http://paddlesurfmallorca.com