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Was ist an der Calita los?

In Portals Nous wird gebaut und gebuddelt – speziell an der kleinen, zuvor naturbelassenen Bucht: der Calita von Portals
BETTINA NEUMANN

Eigentlich soll nur alles schöner werden, doch es sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen: An der kleinen Bucht von Puerto Portals steht kein Stein mehr auf dem anderen. Die Bauarbeiten begannen bereits im letzten November, wurden aber nach einem Monat aufgrund fehlender Genehmigungen schon wieder eingestellt und dann Mitte Februar wieder aufgenommen. Die Nachbarschaft und Vorsaisonbesucher der kleinen, einst intakten Bucht sind entsetzt: Ein Bauzaun sperrt die Bucht ab, davor wurde eine lange Betonmauer gezogen, wobei ganz offensichtlich die Wurzeln der verbleibenden Pinien verletzt wurden. Dabei soll es doch um Verschönerung gehen, zumindest um eine Sanierung der angrenzenden Plaça Espanya. Tatsächlich sieht es aber so aus, als wenn der eh schon kleine Strand nun noch mehr noch verkleinert wird: „Die Betonmauer frisst zwei Meter vom Strand“, stellte die Pressesprecherin der von Anwohnern gegründeten Bürgerinitiative Salvem Portals Nous, Bendinat und Costa d´en Blanes fest. 



Die Gemeindeverwaltung sieht das anders: Die zuständige Bezirksrätin von Portals Nous, Mayte Alberti Casellas (PSOE), verteidigt die Bauarbeiten als „Verschönerungsarbeiten eines sehr sensiblen und emblematischen Ortes, der ein wichtiger Treffpunkt für alle Anwohner ist, und die wir mit privaten Geldern als Ausgleich für die lange Zeit der Bauarbeiten und Unannehmlichkeiten finanzieren (…).“ So soll die Betonmauer, die zwar den Strand verkleinert, aber eigentlich zum Platz gehört, noch mit Naturstein verkleidet  werden. Beleuchtung, Bepflanzung und Sitzbänke – alles soll neu, schön und schick werden. „Ich hoffe, dass wir diesen öffentlichen Raum, den Portals verdient hat, dann endlich nach Jahren der Bauarbeiten wieder genießen können“, so die dafür Verantwortliche. Mit dieser Aussage bezieht sie sich auf das neugebaute Luxushotel Iberostar Grand Hotel Portals Nous, dessen Champagner-Bar sich auf der Terrasse (fast) direkt am Strand befindet. Und tatsächlich könnte man meinen, als gehöre der Strand irgendwie zum Hotel.



Jetzt kommt ein interessantes Detail: Die heutige Gemeinderätin engagierte sich 2013, als sie noch in der Opposition war, bei der Demonstration „La Calita no se vende“ („Die Calita wird nicht verkauft“) mit einer Menschenkette, an der 50 Demonstranten teilnahmen. Dabei ging es um nichts anderes, als um den Schutz und Erhalt der Calita, die man durch die sich über Jahre hinziehenden Bauarbeiten für das neue Hotel bedroht sah. Unterstützt wird der Protest vom GOB-Naturschutzbund, der ebenfalls eine schleichende Privatisierung durch das Hotel befürchtet und Anzeige bei der Behörde «Demarcación de Costas de Balears» gestellt hat. Ob sich die Befürchtungen der Anwohner bestätigen, bleibt abzuwarten: Voraussichtlich sollen Strand und Platz erst Ende Mai fertiggestellt sein, jedenfalls ist die Calita nicht mehr das, was sie mal war. Wie sie dann aussehen wird, darauf kann man gespannt sein.