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Was passiert mit den Landstellplätzen auf geschütztem Raum?

Die Gemeinde Andratx weiß nicht, wie es mit den illegalen Einrichtungen weitergehen soll
Mallorca Pres

Insgesamt fünf Landstellplätze für Yachten und Boote befinden sich an der Landstraße zwischen Andratx undPort de Andratx auf Flächen, die als so genannter „suelo rústico“eingestuft sind („Landwirtschaftsfläche“ sind besonders geschützte Landstriche, Anm. d. Übers.). Derzeit führen die Unternehmen ihre Tätigkeiten trotz städtischer Abmahnung fort – obwohl sie sich auf Grundstücken befinden, die keine andere als eine landwirtschaftliche Nutzung zulassen.

Der Bürgermeister von Andratx, JaumePorsell, erklärte Gaceta Náutica gegenüber, dass die Bemühungen der Gemeinde, dass die fünf betroffenen Unternehmen ihre Tätigkeit einstellen, ins Leere gelaufen sind. Die Gemeinde könne nichts tun, da „die lokale Regierung keine Befugnisüber die Regulierung derLandklassifizierung hat. Dafür ist der Inselrat durch den Territorialplan für Mallorca zuständig“.

In diesem Zusammenhang erinnertePorsell daran, dass er bereits im Februar letzten Jahres den mallorquinischen Inselratspräsidenten Miquel Ensenyat über die Situation informiert habe. Dieser versprach, „eine sofortige Lösung für das Problem zu suchen“, was aber bis zum heutigen Tag nicht geschehen ist.

Der AndratxerBürgermeister bestätigte auch gegenüber dieser Zeitung noch einmal, dass er in dieser Angelegenheit seit über einem Jahr auf eine Reaktion durch den Inselrat warte und langsam „keine Hoffnung“ mehr habe, dass das Problem kurz- oder mittelfristig gelöst werden kann. Porsellbesteht darauf, dass die Gemeindeverwaltung alles getan habe, um eineEinstellungderbetroffenen Tätigkeiten zu veranlassen und zwar nicht nur auf den fünf Grundstücken, die als Landstellflächen genutzt werden (und auf denen sich insgesamt ca. 300 Boote befinden), sondern auch auf vier weiterenGrundstücken in dem Gebiet, auf denen Baumaterial und schwere Baumaschinen gelagert werden. Weiterhin gab der Bürgermeister bekannt, dass als Resultat dieser Maßnahme „drei der Grundstückseigentümer, auf denen die Boote gelagert werden, die städtische Verordnung mithilfe eines Einspruchs beimVerwaltungsgerichteinstweilig gestoppt haben.“

Porsellkann sich die Verzögerung nur mit der Vermutung erklären, dass der Consell de Mallorca eine Lösung des Problems der Landstellplätze auf Inselebene vorbereitet und nicht auf Grundlage der spezifischen Probleme der einzelnen Gemeinden, so wie es Andratx in diesem Moment dringendbenötigenwürde.

In diesem Sinne erinnerte der Bürgermeister daran, dass die Landstellplätze in der Gemeinde vonAndratxbereits über 30 Jahre alt sind und Mitte der 80er Jahre eingerichtet wurden. Porsell weist daraufhin, dass bereits zu dieser Zeit „die Gesetze der Insel, die in der Gemeinde Andratx anwendet werden, nicht gestattet hätten, dass Boote in irgendeinem anderen Teil der Gemeinde mit Ausnahme des Hafengebiets gelagert werden dürfen“.



Auch erklärte der Bürgermeister, dass es derzeit unmöglich sei, die betroffenen Unternehmen ins Industriegebiet umzusiedeln. „Etwas, was ideal wäre“, so Porsell, der ohne die Genehmigung des Inselratskeine Erweiterung des Industriegebietes in der Gemeinde  veranlassen kann.