AUSSTELLUNG

Kunststoffreste auf der Meeresoberfläche

Eine spanische Forschungsreise enthüllt beunruhigende Fakten über die Ozeane
JULIO GONZÁLEZ

Der Säuregehalt der Ozeane hat sich seit der industriellen Revolution um 30 % erhöht, auf 88 % der Meeresoberflächen schwimmen Kunststoffrückstände und es gibt zehnmal so viele  Fische wie bisher angenommen – das sind nur einige der wissenschaftlichen Erkenntnisse, die in der Ausstellung „Un mar de datos“ („Ein Meer von Daten“) gezeigt werden. Die Ausstellung mit 22 Tafeln ist seit dem 9. Mai im Zentrum für Militärgeschichte und -kultur von Palma (Centro de Historia y Cultura Militar de Baleares) in der Calle San Miguel 69 zu sehen und stellt die wichtigsten Ergebnisse des spanischen Malaspina-For-schungsprojektes vor.



Die Ausstellung läuft noch bis zum 3. Juni, und der Eintritt ist frei. Führungen und ein Kolloquium mit Wissenschaftlern aus dem Mittelmeer-Institut für weiterführende Studien (IMEDEA) und dem Spanischen Institut für Ozeanografie (IEO) runden das Ausstellungsprogramm ab. Alles begann am 15. Dezember 2010, als über 250 Forscher an Bord der Meeresforschungsschiffe „Hespérides“ und „Sarmiento de Gamboa“ die Malaspina-Expedition starteten, die sie in Etappen und einen Zeitraum von neun Monaten um die ganze Welt führte. Das Ziel lautete, die Auswirkungen der globalen Veränderungen auf die Ozeane zu erforschen und die Artenvielfalt der Meere zu erkunden.



Auf dieser Expedition sammelte das Forscherteam unter Leitung des Wissenschaftlers Carlos Duarte unzählige Daten, die das Vorhandensein von Schadstoffen an allen Punkten bestätigten, an denen Proben entnommen wurden. Die For-scher schlossen daraus, dass sich die Schadstoffe über die Atmosphäre verteilen und auf diesem Wege auch die hohe See erreichen. So konnte nachgewiesen werden, dass auch Mikroorganismen wie Bakterien, Pilzsporen, Pollen oder Phytoplanktonzellen durch die Luft „reisen“ und Entfernungen von über 5.000 Kilometer zurücklegen können. Mit seinem interdisziplinären Charakter wurde das Malaspina-Projekt zu einem weltweiten Meilenstein in der meereswissenschaftlichen Forschung. Darüber hinaus wurde die wissenschaftliche Arbeit mit der Ausbildung junger Forscher kombiniert und der Förderung von wissenschaftlicher Kultur innerhalb der Gesellschaft.



Die Expedition ist nach dem spanischen Marineoffizier italienischer Herkunft Alejandro Malaspina benannt, der im späten 18. Jahrhundert die erste wissenschaftliche Expedition auf einem spanischen Schiff leitete und dessen 200. Todestag im Jahr 2010 mit dem Start-schuss für das Forschungsprojekt zusammenfiel.



‚Ein Meer von Daten‘ bietet nun die Möglichkeit, diese Expedition und einen großen Teil ihrer Erkenntnisse einem breiteren Publikum vorzustellen. Die Ausstellung kombiniert Texte mit großformatigen Fotografien und ist montags bis freitags von 10.30 bis 13.30 Uhr und von 18 bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet .