REPORTAGE

Baggern, blocken und schlagen

Wie läuft das auf Mallorca, wenn ich Lust habe, Beachvolleyball zu spielen?
Bettina Neumann

Nichts ist einfacher als das, denn Mallorcas Strände sind perfekt für diesen Sport, zumindest die langen breiten, weniger die kleinen Badebuchten. Jeder kann, wo und mit wem er möchte, sein Volleyballnetz aufbauen, nur nicht zu dicht an den Badenden.



Am besten man sucht sich eine Gruppe Gleichgesinnter, kauft ein Beachvolleyball-Set (zum Beispiel bei Decathlon mit Stangen und Netz ab 39,99 Euro) und einen Volleyball (ab 7,99 Euro), sucht sich einen möglichst breiten Strand, baut dort auf, wo man niemanden stört, und legt los. Mindestens sollten zwei gegen zwei spielen, drei gegen drei sind auch gut, ebenso vier gegen vier, danach wird es eng. Am meisten Spaß macht es, wenn alle Spieler auf dem gleichen Level sind. Vorkenntnisse braucht es aber nicht unbedingt, die Schlagtechniken sind schnell gelernt, und wohl jeder erinnert sich noch ans Volleyballspielen aus der Schulzeit. Am Strand ist voller Körpereinsatz gefragt: Der Ball darf mit jedem Teil des Körpers gespielt werden, auch mit dem Fuß, außer beim Aufschlag, der mit der Hand oder dem Arm ausgeführt werden muss. Man springt und rennt, schlägt, blockt und baggert – und landet dabei auch schon mal im Sand. Hauptsache der Ball geht übers Netz. Ein Spiel geht über zwei Gewinnsätze (mit je 21 Punkten), nach jedem Satz werden die Seiten gewechselt.



Die adäquate Sportkleidung? Viele spielen in Badehose, bzw. Bikini. Wichtig sind Kopfbedeckung und Sonnenbrille (am besten eine Sportbrille), auch die Sonnencreme sollte nicht vergessen werden, schließlich spielt man 1-2 Stunden unter freiem Himmel. Beachvolleyball ist ein schweißtreibender Sport, so viel Bewegung barfuß im Sand, das ist anstrengend, macht aber riesigen Spaß! Das abschließende Highlight ist zweifelsohne der verdiente Sprung ins Meer. Deshalb ist der Frühsommer ideal zum Spielen: Es ist noch nicht zu heiß, und das Wasser ist jetzt richtig schön erfrischend. Je heißer es wird, desto besser „beacht“ es sich in den Morgen- bzw. Abendstunden.



Wer keine Mitstreiter hat und sich körperlich ausreichend fit fühlt, kann auch mal seinen Mut zusammen nehmen und Fremde fragen, ob er probehalber eine Runde mitspielen kann. Die Mallorquiner sind da relativ aufgeschlossen (und auch entspannter, wenn mal ein Ball in Richtung ihrer Handtücher fliegt….). Schließlich ist Beachvolleyball auf der Insel wie im ganzen Land eine der beliebtesten Mann-schaftssportarten.



Die Hotspots für das coole Ballspiel sind die Strände von Palmanova und Magaluf, aber auch die langen Strände im Norden wie die Platja de Muro und in Port d‘Alcúdia. Auch am Strand von Canyamel werden neuerdings Beachvolleyball-Camps ausgetragen. Das größte internationale Amateur-Turnier ist das alljährliche „Beach Volley Around the World“ in Palmanova, wo sich auch in diesem Jahr gerade wieder Tausende von begeisterten Hobby-Beachvolleyballern aus insgesamt 35 Ländern auf 120 Spielfeldern getroffen haben, Beach-Partys inklusive.